Transition

Reif fürs nächste Level?

Sein Name: Ernst. Ernst des Lebens. Früher oder später steht er vor der Tür und stellt uns allen eine große Aufgabe: Erwachsenwerden. Und das ist kein Kinderspiel.

Erste Liebe, Schulstress, Zukunftsangst und dazu vielleicht noch überforderte Eltern, die nicht verstehen, wie es einem gerade geht. Wer bin ich und wie will ich mal sein? So viele Fragen und noch keine Antworten. Gleichzeitig installiert der Körper ein Update. Das neue Betriebssystem heißt Erwachsensein. Die alte Version wird nicht länger unterstützt. Aber kein Plan, wo es eigentlich langgeht. Zumindest gesetzlich ist ganz klar: Mit 18 startet das nächste Level im Spiel des Lebens.

Das neue Betriebssystem heißt Erwachsensein.

Dass Erwachsenwerden ein laufender Prozess ist, der nichts mit der Anzahl der Jahre zu tun hat, die man auf der Welt ist, überrascht nicht wirklich. Eine turbulente Zeit, in der die Seele leicht aus der Spur kommt und eine psychische Erkrankung entstehen kann. Umso schwieriger ist die Situation, wenn bereits ein seelisches Leiden oder eine familiäre Belastung besteht. Psychiater und Psychotherapeuten können in dieser intensiven Lebensphase gezielt unterstützen. Wie bei jeder Form der Krankheit gilt: Je früher sie entdeckt und behandelt wird, desto besser.

Experten nennen den Übergangsprozess zwischen Jugend- und Erwachsenenalter Transition. Entsprechend heißt das Fachgebiet, das sich mit dem Scheitern und Gelingen dieses Übergangs befasst, Transitionspsychiatrie. In unserem Gesundheitssystem ist ganz allgemein – abgesehen von wenigen Ausnahmen – Volljährigkeit die magische Grenze, die über die richtige Anlaufstelle entscheidet. Hilfesuchende unter 18 wenden sich an Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. Wer über 18 ist, wird der Erwachsenenversorgung zugeordnet, auch wenn es natürlich Übergangsregelungen gibt.

Experten nennen den Übergangsprozess zwischen Jugend- und Erwachsenenalter Transition.

Beide Bereiche unterscheiden sich jedoch zum Teil in ihren Methoden und Herangehensweisen. Kinder- und Jugendpsychiater beziehen bei der Behandlung fast immer das familiäre Umfeld ein, denn dieses ist letztlich für die Minderjährigen verantwortlich. In den Kliniken kümmern sich neben dem medizinischen Fachpersonal auch Erzieher und Sozialpädagogen um die jugendlichen Patienten. Die Erwachsenenpsychiatrie legt den Fokus dagegen eher darauf, Dinge selbstbestimmt zu meistern und sich als unabhängige Person zu begreifen.

Diese strikte Trennung wird den speziellen Bedürfnissen, die Jugendliche mit psychischen Erkrankungen haben, nicht gerecht. Sie aufzuweichen und beides miteinander zu verzahnen, ist eine der großen Zukunftsaufgaben innerhalb der beiden Fachgebiete. Oberstes Ziel ist, Hilfsangebote so zu vernetzen und zu gestalten, dass sie optimal auf die Schwierigkeiten in der Entwicklungsphase hin zum Erwachsensein abgestimmt sind. Um dies zu erreichen, muss auf dem Gebiet noch mehr geforscht werden und alle Erkenntnisse wiederum in die Aus- und Weiterbildung von Psychiatern einfließen.

Du willst mehr über dieses spannende Thema erfahren? Dann komm doch zum nächsten Hauptstadtsymposium der DGPPN und DGKJP, das am 23. Juni 2016 in Berlin stattfindet. Alle Infos dazu findest du hier.